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Raffinerie bei Nacht

Mineralölmarkt Deutschland

Die Rohöl Verarbeitungskapazität der Raffinerien nimmt ab.

Aktuell gibt es 13 Raffinerien in Deutschland. Die Anlage mit der größten Destillationskapazität ist die Mineraloelraffinerie Oberrhein (MiRO) in Karlsruhe.

Tabelle — Raffineriekapazitäten in Deutschland seit 1995

Bis zum Jahr 2010 wurden in Deutschland die Raffineriekapazitäten ausgebaut. Aber auch international kamen immer mehr Raffinerien hinzu. Der Wettbewerb wurde stärker und in der Folge wurden die Kapazitäten in Deutschland wieder reduziert. Aktuell liegen sie etwas unter dem Niveau von 1995.

Die Erzeugung der Raffinerien muss durch Importe ergänzt werden

Die Raffinerien in Deutschland erzeugen insgesamt etwa so viel an Mineralölprodukten, wie im Inland verbraucht werden. Gleichwohl muss die Erzeugung der Raffinerien durch Importe ergänzt werden. Welche Produkte im Einzelnen hergestellt werden können, hängt von der technischen Ausrichtung der Raffinerie sowie den eingesetzten Rohölen und sonstigen Vorprodukten ab.

Tabelle — Raffinerieerzeugnisse 2015 vs. 2014

Zumeist sind Raffinerien auf die Produktion von möglichst viel Ottokraftstoff eingestellt, weil Benzin viele Jahre lang der am stärksten nachgefragte Kraftstoff war. Inzwischen hat sich der Markt verändert: Es wird mehr Diesel benötigt als im Inland produziert werden kann. Ottokraftstoff dagegen wird zunehmend exportiert. Wo möglich, wurden die Raffinerieprozesse an die Marktveränderung angepasst. Trotzdem sind Produktimporte für eine ausreichende Versorgung notwendig.

Diesel ist das meistimportierte Mineralölprodukt

Diesel hat einen Anteil von mehr als einem Drittel an den Produktimporten.

Tabelle — Produktimporte 2015 vs. 2014
 

Ein weiteres wichtiges Importprodukt ist Rohbenzin, das vorwiegend als Grundstoff in der chemischen Industrie eingesetzt wird. Wie viel leichtes Heizöl importiert werden muss, hängt stark von der Witterung ab.

Mineralölverbrauch und Produktmix ändern sich

Der Mineralölverbrauch in Deutschland ist gegenüber 2005 um 9 Prozent zurückgegangen. Der Produktmix hat sich stark geändert. Während sich bei Ottokraftstoffen ein rückläufiger Trend abzeichnet, ist die Nachfrage nach Diesel gewachsen. Insgesamt ist der Kraftstoffbedarf für den Straßenverkehr gestiegen, aber es hat sich in diesem Segment auch die Effizienz verbessert. Pkw- und Nutzfahrzeugbestand sind gewachsen, gleichzeitig wurde dies durch geringeren spezifischen Verbrauch und eine gesunkene Jahresfahrleistung der privat genutzten Pkw zu einem großen Teil kompensiert.

Die Nachfrage nach leichtem Heizöl ist um etwa ein Drittel zurückgegangen. Auch das liegt zum Teil daran, dass Heizenergie immer effizienter genutzt wird. Moderne Heizungen und bessere Wärmedämmung sind Beispiele dafür. Heizöl steht aber auch im Wettbewerb mit anderen Heizenergien wie Erdgas und erneuerbaren Energien. Die Nachfrage nach Flugkraftstoff und dem Chemieeinsatzprodukt Rohbenzin hat sich kaum verändert.

Hauptsächlich mobil mit Benzin oder Diesel

Der Straßenverkehr hat mit über 90 Prozent den höchsten Anteil am Mineralölverbrauch im Verkehrssektor. Ottokraftstoff und zunehmend Diesel sind die Kraftstoffe der Wahl.

Tabelle — Verbrauchssektoren Verkehr

Auch in der Landwirtschaft wird Dieselkraftstoff benötigt. Der Schienenverkehr in Deutschland nutzt überwiegend Strom, einige wenige Bahnen fahren aber auch noch mit Diesel. Flugzeuge und Schiffe benötigen ebenfalls Mineralölprodukte wie Turbinentreibstoff oder Schweröl, sind aber überwiegend international unterwegs, so dass dieses Segment nicht in den Verbrauchssektoren Deutschlands abgebildet wird.

Immer weniger Autos werden mit Benzin angetrieben

Die Zahl der Pkw, die mit Ottokraftstoff angetrieben werden, geht immer weiter zurück. Am 1. Januar 2015 sank die Zahl auf unter 30 Millionen.

Tabelle — Bestand und Verbrauch mit Ottokraftstoff angetriebener Pkw seit 1990

Zudem werden die Autos immer sparsamer. Der durchschnittliche spezifische Verbrauch aller mit Ottokraftstoff angetriebenen Pkw ist durch Effizienzverbesserungen auf unter 8 Liter pro 100 km gesunken. Es werden häufig niedrigere Zahlen veröffentlicht, diese beziehen sich dann aber nur auf die Neuzulassungen.

Durch diese Entwicklungen geht auch die Nachfrage nach Ottokraftstoff weiter zurück.

Immer mehr Autos fahren mit Diesel

Die Zahl der Pkw, die mit Dieselkraftstoff angetrieben werden, nimmt kontinuierlich zu. Am 1. Januar 2016 stieg die Zahl auf über 14 Millionen.

Tabelle — Bestand und Verbrauch mit Diesel angetriebener Pkw seit 1990

Pkw, die mit Diesel fahren, brauchen weniger Kraftstoff als Benziner. Zudem werden auch Diesel Fahrzeuge immer sparsamer. Das macht sie zunehmend für private Nutzer interessant. In der Vergangenheit wurden Diesel Pkw meist gewerblich genutzt, zum Beispiel als Taxis.

Durch diese Entwicklungen ist der Konsum von Dieselkraftstoff gestiegen. Ein Trend, der auch in den kommenden Jahren noch anhalten wird.

Sichere Versorgung mit weniger Tankstellen

Obwohl es mehr Pkw auf unseren Straßen gibt, ist die Zahl der Tankstellen deutlich zurückgegangen. Das ist aber kein Problem, die Versorgung mit Kraftstoffen reicht aus. Zum einen verfügen die einzelnen Tankstellen über weit mehr Zapfsäulen. Zum anderen ist die Reichweite der Pkw erheblich gestiegen. Denn viele Autos schaffen mit einer Tankfüllung 800 km und mehr. Die Netzstruktur hat sich im Laufe der Jahre verändert. Während die Zahl der Straßentankstellen gesunken ist, sind an Autobahnen Tankstellen hinzugekommen.

Tabelle — Entwicklung des Tankstellennetzes seit 1970
 

Im Laufe der Zeit ist das Kraftstoffangebot der Tankstellen vielfältiger geworden. Zu den klassischen Otto- und Dieselkraftstoffen kamen Erdgas und Flüssiggas (Autogas) hinzu.

Liste ausgewählter Tankstellengesellschaften 

Mit den Veränderungen des Tankstellennetzes ändert sich auch die Marktbeteiligung der verschiedenen Tankstellengesellschaften. Die sogenannten Markengesellschaften stehen an der Spitze der Tabelle, dicht gefolgt von Mittelstandsunternehmen.

Tabelle — Anzahl Tankstellen der verschiedenen Tankstellengesellschaften

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