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Emissionen senken

Die CO₂-Emissionen sinken um mehr als 50 Prozent

In ihrem 2010 beschlossenen Energiekonzept fordert die Bundesregierung bis 2040 eine erhebliche Verringerung der energiebedingten CO2-Emissionen. Die gute Nachricht: Insgesamt gehen die energiebedingten CO2-Emissionen, die etwa 85 Prozent der gesamten CO2-Emissionen ausmachen, von 1990 bis 2040 um mehr als die Hälfte zurück. Aber das genügt nicht, um die Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen.

Tabelle — Energiebedingte CO2-Emissionen 1990 bis 2040

Das zeigt eine genauere Betrachtung der Emissionen. In unserem Prognosezeitraum wirkt sich der sinkende Energiebedarf (CO2-Mengeneffekt) positiv auf die Emissionen aus. Ebenso sorgen Veränderungen im Energiemix für eine Minderung des energiebedingten CO2-Ausstoßes (CO2-Mixeffekt) - allerdings nicht in gleichem Maß.

Die fehlende Kernenergie muss auch weiterhin teilweise durch fossile Energieträger ersetzt werden, allein mit Erneuerbaren geht es nicht. Selbst bei einem wachsenden Anteil von Erdgas, das die niedrigsten Emissionen unter den fossilen Energieträgern aufweist, verläuft die CO2-Reduzierung hin zu einem saubereren Energiemix jedoch langsamer als geplant.

Im abgelaufenen Jahr 2017 wurde geringfügig mehr Energie verbraucht als im Vorjahr (+0,9 Prozent). Die energiebedingten CO2-Emissionen reduzierten sich nur geringfügig (-0,7 Prozent). In der Energiewirtschaft gingen die CO2-Emissionen im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent zurück, da die emissionsfreien erneuerbaren Energien ihren Anteil am Energieverbrauch ausweiten konnten sowie mehr emissionsarmes Erdgas verbraucht wurde (+6 Prozent). Gleichzeitig kam weniger CO2-freie Kernenergie zum Einsatz. Es wurde in 2017 mehr Erdgas in den Kraftwerken zur Strom- und Wärmeversorgung eingesetzt. Erdgas emittiert bei der Verbrennung etwa 60 Prozent weniger CO2 als Kohle. Infolge der vergleichsweise kühlen Witterung in einzelnen Monaten des abgelaufenen Jahres verzeichnete der Erdgaseinsatz für Heizzwecke ebenfalls Zuwächse. Auch die Industrie setzte mehr Erdgas zur Strom- und Wärmeerzeugung ein. Kohle verliert aufgrund ihrer hohen CO2-Emissionen weiterhin an Bedeutung. Der Einsatz in der Stromerzeugung ging in 2017 um knapp 10 Prozent zurück. Damit wird deutlich, wie wichtig ein klimaschonender Energiemix gerade bei der Stromerzeugung ist.

50 Prozent

Bis 2040 sinken die energiebedingten CO2-Emissionen um mehr als 50 Prozent im Vergleich zu 1990.

Die Klimaziele der Bundesregierung lauten:

  • 40 Prozent CO2-Reduzierung bis 2020
  • 55 Prozent CO2-Reduzierung bis 2030
  • 70 Prozent CO2-Reduzierung bis 2040
  • 80-95 Prozent CO2-Reduzierung bis 2050

Mit mehr Erdgas den Klimazielen näher kommen

Erdgas emittiert bei der Verbrennung etwa 60 Prozent weniger CO2 als Kohle. Was würde in einem Szenario passieren, in dem Kohle ab 2018 komplett durch Erdgas ersetzt wird?  Wir würden das Klimaziel von 2020 schon 2018 erreichen. Auch 2030 wären wir nicht sehr weit von der angestrebten CO2-Reduzierung um 55 Prozent entfernt. Ein gewaltiger Schritt nach vorn im Vergleich zum CO2-Basisszenario, in dem wir von einer schrittweisen Verlagerung der Stromerzeugung von Kohle zu Erdgas ausgegangen sind.

Tabelle — Szenarien energiebedingter CO2-Emissionen

Erdgas emittiert weniger CO₂ als Kohle

Bei der Stromerzeugung wirkt sich die Wahl der Energieträger entscheidend auf die Entwicklung der gesamten CO2-Emissionen aus. Schließlich ist die Stromproduktion mit einem Anteil von fast 40 Prozent der größte Sektor des Primärenergieverbrauchs.

Auf lange Sicht werden fossile Energieträger noch einen wichtigen Beitrag in der Stromerzeugung leisten. Die CO2-freie Kernenergie entfällt ab 2023. Die Erneuerbaren allein können den Bedarf nicht decken. Trotzdem lassen sich die Emissionen bei der Stromproduktion in unserem Prognosezeitraum noch deutlich senken – durch eine wirksame Veränderung im Energiemix.

Tabelle — Vergleich CO2-Emissionen in der Stromerzeugung

Am deutlichsten wird dies durch einen Vergleich des CO2-Ausstoßes der heutigen Hauptenergiequellen für die Stromerzeugung: Braunkohle und Steinkohle mit Erdgas. Bei der Erzeugung einer Megawattstunde (MWh) Strom mit Erdgas lassen sich die Emissionen im Vergleich zu Steinkohle um über 40 Prozent, im Vergleich zu Braunkohle sogar um über 70 Prozent senken. Beim aktuellen Erzeugungsmix liegt der Durchschnitt bei fast 60 Prozent.

60 Prozent

Ersetzt man bei der Stromerzeugung Kohle durch Erdgas, lassen sich die CO2-Emissionen in diesem Sektor um etwa 60 Prozent senken.

In 2017 wurde in den Kraftwerken zur Strom- und Wärmeversorgung mehr Erdgas eingesetzt (+6 Prozent). Kohle verliert aufgrund ihrer hohen CO2-Emissionen weiterhin an Bedeutung. Ihr Einsatz in der Stromerzeugung ging in 2017 um knapp 10 Prozent zurück. Solange aber die Preise für CO2-Zertifikate niedrig sind, verdrängt Kohle Erdgas aus der Stromerzeugung. Das hat jedoch negative Folgen für die CO2-Emissionen und das Erreichen der Klimaschutzziele. Hier wird langfristig eine Umorientierung erfolgen (müssen).

Pkw CO₂-Emissionen minus 42 Millionen Tonnen

Insgesamt reduzieren sich die CO2-Emissionen aller Pkw von heute 89 auf 47 Millionen Tonnen im Jahr 2040.

Das hat verschiedene Gründe: Der zurückgehende Pkw-Bestand sowie eine sinkende jährliche Fahrleistung wirken sich dämpfend auf die Emissionen im individuellen Personenverkehr aus. Die Fahrzeugantriebe werden zunehmend elektrifiziert und erheblich effizienter. Auch das Verhalten der Verkehrsteilnehmer beeinflusst die Emissionen: Besonders in den Städten nutzen sie verstärkt öffentliche Verkehrsmittel, die wachsenden Carsharing-Angebote oder steigen auf das Fahrrad um, manchmal sogar alles in Kombination.

Tabelle — Pkw CO2-Emissionen

Die Grafik zeigt die Faktoren, die die Entwicklung der CO2-Emissionen im Pkw-Sektor am stärksten beeinflussen:

Die wirksamsten Hebel zur Senkung des CO2-Ausstoßes sind die Änderungen im Kraftstoffmix (-11 Millionen Tonnen) sowie der abnehmende spezifische Verbrauch (-30 Millionen Tonnen). Im Jahr 2040 fahren noch knapp zwei Drittel aller Pkw mit Ottokraftstoff oder Diesel. Vorrangig deren bessere Effizienz sorgt dafür, dass die Emissionen im Pkw-Sektor sich bis 2040 fast halbieren.

30 Millionen

Allein durch die Senkung des Pkw-Kraftstoffverbrauchs werden 30 Millionen Tonnen CO2 bis 2040 eingespart.

Im Jahr 2040 fahren noch zwei Drittel aller Pkw mit Benzin oder Diesel. Das zeigt deutlich, wie wichtig es ist, dass an der Effizienz der Verbrennungsmotoren weiter gearbeitet wird. Der Verbrauch von dann immer noch 30 Millionen Autos kann mit heute bereits umsetzbaren Maßnahmen erheblich gesenkt werden. Darin steckt in den nächsten 25 Jahren deutlich mehr Potential zur Reduzierung der CO2-Emissionen im Verkehr als in zusätzlichen Elektrofahrzeugen. Diese tragen 2040 20 Prozent zum Pkw-Bestand bei. Für sie muss im Gegensatz zum bestehenden Tankstellennetz erst eine neue adäquate Ladeinfrastruktur aufgebaut werden.

Vor allem die bessere Effizienz der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor sorgt dafür, dass die Emissionen im Pkw-Sektor bis 2040 um rund 50 Prozent sinken. Ein Hebel, der sofort genutzt werden kann. Das darf bei der Diskussion um die Einführung von Elektrofahrzeugen nicht aus den Augen verloren werden, wenn der CO2-Ausstoß im individuellen Personenverkehr auch schon kurzfristig wirkungsvoll reduziert werden soll.

CO₂-Emissionen im Überblick

Die CO2-Emissionen werden bis 2040 im Vergleich zu 1990 um mehr als 50 Prozent sinken. Ein großer Schritt nach vorn, aber die Klimaziele der Bundesregierung werden so nicht erreicht. Näher kommen könnte man ihnen mit mehr Erdgas in der Stromerzeugung. Und die Pkw-Emissionen lassen sich um 30 Millionen Tonnen senken, wenn Verbrennungsmotoren mit heute verfügbarer Technologie konsequent sparsamer gemacht werden.

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