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Rahmendaten

Rahmendaten

Bevölkerungszahl und Bruttoinlandsprodukt beeinflussen den Energieverbrauch

Bevölkerungszahl und Bruttoinlandsprodukt beeinflussen den Energieverbrauch

Der Primärenergieverbrauch in Deutschland wird von vielen verschiedenen Rahmendaten geprägt. Zu den wichtigsten gehören die Bevölkerungszahl und das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Energie- und Klimapolitik schaffen wichtige Rahmenbedingungen, die unternehmerische Entscheidungen beeinflussen können. Das Verhalten der Verbraucher wirkt sich auf den Stromverbrauch ebenso aus wie auf den Heizenergiebedarf. Mit der Auswahl und Nutzung ihres Autos beeinflussen sie zudem den Kraftstoffverbrauch.

Bevölkerung: Der Rückgang setzt sich fort

Im Jahr 2010 lebten gut 80 Millionen Menschen in Deutschland. Durch Zuwanderung steigt diese Zahl bis 2020 auf fast 83 Millionen an. Bis 2040 sinkt die Bevölkerungszahl dann auf etwas über 79 Millionen. Der Rückgang um rund 3 Millionen entspricht ungefähr der Zahl der Menschen, die heute in Hamburg und München leben. Bildlich gesprochen hätte Deutschland also im Jahr 2040 zwei Großstädte weniger.

Einer steigenden Lebenserwartung steht eine rückläufige Geburtenzahl gegenüber. Durch Zuwanderung meist jüngerer Menschen wird diese Entwicklung teilweise ausgeglichen. Insgesamt wird die Bevölkerung in Deutschland weniger, aber älter. Bis zum Ende des Prognosezeitraums sinkt die Zahl der unter 18-Jährigen auf 12 Millionen.

Tabelle — Bevölkerungsentwicklung über und unter 18 Jahre

Diese demografischen Veränderungen wirken sich auf den Primärenergieverbrauch aus. Zum Beispiel auf die Sektoren Strom- und Heizenergieverbrauch der Haushalte oder auf den Pkw-Bestand.

Das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich

Wie die Bevölkerungsentwicklung hat auch das Bruttoinlandsprodukt einen großen Einfluss auf den Primärenergieverbrauch. Nach einem konjunkturell guten Jahr 2014 hat sich die deutsche Wirtschaftsleistung im Jahr 2015 noch etwas weiter verbessert, die Wachstumsrate stieg von 1,6 auf 1,7 Prozent. Bis 2020 wird die durchschnittliche Steigerungsrate des Bruttoinlandsprodukts in dieser Größenordnung bleiben. Danach verlangsamt sich das Wirtschaftswachstum, am Ende des Prognosezeitraums liegt die Steigerungsrate unter 1 Prozent.

Tabelle — Bruttoinlandsprodukt bis 2040

Einer der Gründe dafür ist langfristig der Bevölkerungsrückgang in Deutschland. Denn er hat zur Folge, dass der Wirtschaft immer weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Zudem wird die Zahl der Menschen, die eine Altersversorgung benötigen, immer größer.

Dass dies für eine hochentwickelte Industrienation wie Deutschland dennoch ein relativ positiver Trend ist, wird deutlich, wenn man neben der Wachstumsrate des BIP auch die Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts in Billionen Euro betrachtet. Ohne Preiseffekte wächst die Wirtschaftsleistung in Deutschland bis zum Jahr 2040 auf fast 3,8 Billionen Euro.

Die Wirtschaftsentwicklung bildet damit einen positiven Gegeneffekt zur rückläufigen Bevölkerung. Es gibt zwar künftig immer weniger Menschen in Deutschland, aber viele von ihnen haben dann mehr Geld zur Verfügung. Sie können sich zum Beispiel größere Wohnungen, mehr oder größere Autos oder mehr elektronische Geräte leisten. Um zu heizen, zu fahren oder im Internet zu surfen, brauchen die Menschen Energie: Heizöl, Benzin oder Diesel und Strom. Die Industrie muss dafür die Konsumgüter produzieren, was den Stromverbrauch ganz wesentlich beeinflusst.

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