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Autobahn in Deutschland

Verbrauchssektor Verkehr

Mineralöl bleibt noch lange Kraftstoff Nr. 1

Mineralöl deckt 95 Prozent des Kraftstoffverbrauchs im Verkehr

Mit aktuell 30 Prozent Anteil am Endenergieverbrauch spielt der Verkehrssektor eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Primärenergieverbrauchs in Deutschland. Wegen ihrer hohen Energiedichte bleiben Mineralölprodukte noch lange unverzichtbar – im Straßenverkehr wie auch im Luft- und Schiffsverkehr. Insgesamt decken sie heute rund 95 Prozent des Kraftstoffverbrauchs, als Benzin, Diesel oder Flugkraftstoff.

Besonders entscheidend sind dabei die Trends im Straßenverkehr, denn auf ihn entfallen über 80 Prozent des inländischen Energieverbrauchs im Verkehrssektor.

Diesel- und Ottomotoren dominieren weiterhin

Bis 2030 wächst der Pkw-Bestand noch geringfügig auf 47 Millionen Fahrzeuge an, danach geht er infolge der sinkenden Bevölkerungszahl auf das heutige Niveau von 46 Millionen zurück. Die Antriebsarten verändern sich dabei erheblich. Verbrennungsmotoren dominieren aber weiterhin.

Ohne Benzin und Diesel geht es auch 2040 nicht.

Alexander Hentschke, Leiter Esso Tankstellengeschäft, zum deutschen Kraftstoffmarkt.

Während 2017 die Pkw mit Ottomotoren noch knapp zwei Drittel  des Bestands ausmachten, geht ihr Anteil bis 2040 auf 39 Prozent zurück. Der Anteil von Dieselfahrzeugen nimmt um ein Fünftel ab. Derzeit ist ein Rückgang der Diesel-Neuzulassungen zugunsten des Ottomotors zu beobachten. Auslöser hierfür ist die Stickoxidthematik. Die Dieseltechnologie bleibt aber ein wichtiger Bestandteil im Flottenmix. Insbesondere auf Langstrecken sind Dieselfahrzeuge wegen ihres geringeren spezifischen Verbrauchs klimafreundlicher als Pkw mit Ottomotoren. Im städtischen Bereich und auf Kurzstrecken werden Ottofahrzeuge zunehmend durch Elektrofahrzeuge ersetzt. Insgesamt werden 2040 noch zwei Drittel aller Pkw (einschließlich Flüssiggas- und Erdgasfahrzeugen) von Verbrennungsmotoren angetrieben. Allerdings sind sie bis dahin deutlich effizienter als heute.

16 Millionen

2040 werden rund 16 Millionen Autos mit anderen Antrieben unterwegs sein, die meisten als reine Elektroautos (rund 9 Millionen).
 

Mit einer Effizienzverbesserung so genannter konventioneller Antriebe allein können die CO2-Emissionen aber nicht ausreichend gesenkt werden. Aus diesem Grund steigt die Zahl der Pkw mit anderen Antriebstechnologien. Sie erreichen mit 16 Millionen Fahrzeugen bis 2040 ersteinmalig einen größeren Anteil als Pkw mit Dieselmotoren.

Tabelle — Pkw Bestand gesamt bis 2040

Trotzdem erscheint aus heutiger Sicht die Zielvorgabe von 95 g CO2 pro km zu ambitioniert. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen: Der aktuelle Trend zu größeren Pkw oder Geländewagen ist eher kontraproduktiv für die Zielerreichung. Zudem schreitet der Ausbau der Elektromobilität deutlich langsamer voran als von der Bundesregierung gewünscht.

Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes lag der durchschnittliche CO2-Ausstoß neu zugelassener Pkw im Jahr 2015 noch bei 128,8 g/km. Innerhalb von nur 5 Jahren müsste dieser Wert um mehr als 25 Prozent gesenkt werden - das ist kaum realistisch. Das Durchschnittsalter der Pkw lag am 1. Januar 2015 bei 9,2 Jahren. Das verdeutlicht, dass spürbare Änderungen in der Flotte viel Zeit brauchen.

16 Millionen Pkw mit anderen Antrieben

Die Zahl der Pkw mit anderen Antriebstechnologien steigt bis 2040 auf 16 Millionen.

Tabelle — Pkw Bestand Sonstige bis 2040

Wegen des relativ hohen Durchschnittsalters der Flotte werden Pkw mit anderen Antrieben erst ab 2030 im Bestand deutlich sichtbar. Ab dann sind immer mehr Flüssiggas-, Erdgas-, Hybrid- und Elektroautos unterwegs. Langfristig werden sich in Deutschland Antriebskonzepte mit dem geringsten CO2-Ausstoß im gesamten Lebenszyklus durchsetzen. Rund 20 Prozent des gesamten Pkw-Bestandes sind 2040 reine Elektrofahrzeuge.

Mit der Vielfalt von Antriebssystemen gehen auch immer unterschiedlichere Mobilitätskonzepte einher. Deshalb gewinnt die Reichweite von Tankfüllungen oder Batterieladungen - besonders auf dem Land - zunehmend an Bedeutung bei der Wahl eines neuen Pkw. Ein erhöhtes Umweltbewusstsein, der Trend zur Urbanisierung, überfüllte Straßen, abnehmender Parkraum - all das führt dazu, dass je nach Bedarf verschiedene Verkehrsmittel gewählt werden. Vom Fahrrad über den öffentlichen Nahverkehr bis hin zum eigenen Auto wird alles parallel genutzt. Daneben spielen Konzepte wie Carsharing eine immer größere Rolle.

Der Kraftstoffverbrauch halbiert sich

Die Fahrzeughersteller stehen vor großen Herausforderungen: Ab 2020 soll der CO2-Ausstoß neu zugelassener Pkw 95 g/km nicht mehr überschreiten. Das bedeutet, der spezifische Verbrauch der Autos muss innerhalb von 5 Jahren um mehr als 25 Prozent gesenkt werden. Das ist kaum realistisch.

Tabelle — Entwicklung Pkw spezifischer Verbrauch bis 2040

Dennoch werden Anstrengungen unternommen, diesem Ziel wenigstens möglichst nahe zu kommen. Das wirkt sich auch auf den durchschnittlichen Verbrauch aller Pkw aus. Wir zeigen das am Beispiel von Pkw mit Otto-, Diesel- und Erdgasmotoren. Bei allen drei Antriebsarten wird der Verbrauch deutlich abnehmen. 2015 lag er im Durchschnitt noch bei 7,2 l Kraftstoff pro 100 km. 2040 brauchen wir mit 4,1 l pro 100 km nur noch gut die Hälfte. Die Verbrauchswerte von Erdgasmotoren, auf den Energiegehalt normiert, um sie mit Benzin und Dieselkraftstoff vergleichbar zu machen, entwickeln sich dabei am günstigsten.

Der Güterverkehr wächst um 40 Prozent

Der Güterverkehr nimmt im Prognosezeitraum durch die wachsende Wirtschaft kräftig zu. Mit der positiven Entwicklung steigt der Absatz von Konsum- und Produktionsgütern, die transportiert werden müssen. Gemessen in Milliarden Tonnenkilometern (Transport einer Tonne über einen Kilometer) steigt die Verkehrsleistung insgesamt um 23 Prozent an. Die einzelnen Verkehrsträger entwickeln sich dabei unterschiedlich.

Tabelle — Güterverkehr nach Verkehrsträgern

Deutschland ist durch seine geografische Lage ein Transitland. Im Straßen-Fernverkehr wirkt sich deshalb auch der zunehmende internationale Handel auf die Verkehrsleistung aus. Der Fernverkehr einschließlich ausländischer Lkw legt mit knapp 25 Prozent kräftig zu.

Aber auch die Leistung im Nah- und Regionalverkehr, über den zum Beispiel die Lieferung der Waren zu Geschäften oder Verbrauchern läuft, steigt um fast ein Drittel. Auf der Schiene wächst die Verkehrsleistung mit rund 22 Prozent ebenfalls deutlich. In der Küsten- und Binnenschifffahrt hingegen ist kaum ein Wachstum zu erwarten.

Aktuell wird diskutiert, wie die zum Teil heute schon maroden Straßen in Deutschland saniert werden können. Die Pläne dazu gehen meist von vielen Jahren Bauzeit aus. Aber die Infrastruktur-Anforderungen an Autobahnen und Fernstraßen genauso wie an das Schienennetz steigen schnell. Um das hohe Verkehrsaufkommen zu bewältigen, ist ein zügiger Ausbau der Verkehrswege ebenso erforderlich wie die Freigabe von Standstreifen, intelligente Verkehrsleitsysteme und ein Mautsystem, das neben den Schadstoffklassen der Fahrzeuge auch die Verkehrsdichte zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten berücksichtigt.

Die Zunahme der Güterverkehrsleistung hat aber nicht nur mit dem wirtschaftlichen Wachstum zu tun, sondern auch mit strukturellen Veränderungen in der Logistikbranche. Just-in-time-Lieferungen zur Reduzierung kapitalbindender Lagerkosten spielen genauso eine Rolle wie der zunehmende Internethandel, bei dem kurze Lieferzeiten gefragt sind. Dieser Anspruch führt dazu, dass Lkw immer häufiger Touren mit geringerer Ladung fahren müssen. Das heißt, sollte der rasche Ausbau der Verkehrswege ausbleiben, wird es noch enger auf Deutschlands Straßen.

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