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Wohnhaus

Verbrauchssektor Haushalte

Wir heizen noch lange mit Erdgas und Heizöl

Gas- und Ölheizungen dominieren auch 2040 noch

Auf den Haushaltssektor entfällt aktuell gut ein Viertel des Endenergieverbrauchs, zu über 80 Prozent als Heizenergie zur Erzeugung von Raumwärme und Warmwasser.

Wie in allen Verbrauchssektoren wird auch in den Haushalten die Energieeffizienz weiter steigen. Bessere Wärmedämmung und moderne Heizsysteme tragen dazu bei. Der Heizenergiemix wird sich erheblich ändern. Trotzdem decken Erdgas und Heizöl zusammen genommen auch 2040 noch fast die Hälfte des Heizenergiebedarfs in Deutschland. Denn das Erdgasnetz ist sehr gut ausgebaut. Und Heizöl kann unabhängig vom Versorgungsnetz in jedes Haus transportiert werden.

50 Prozent

Erdgas und Heizöl decken auch 2040 noch fast 50 Prozent des Heizenergiebedarfs.

Der Wohnungsbestand bleibt hoch

Obwohl die Bevölkerungszahl in unserem Prognosezeitraum von 82 auf 79 Millionen abnimmt, bleibt der Wohnungsbestand in etwa gleich.

Dafür gibt es eine Reihe von Gründen: Die wachsende Wirtschaft wirkt sich positiv auf unseren Lebensstandard aus. Immer mehr Menschen können sich eine eigene, manchmal sogar größere Wohnung zur Miete oder als Eigentum leisten. Hinzu kommt, dass aufgrund des demografischen Wandels der Anteil der älteren finanzkräftigen Menschen zunimmt. Im Gegensatz zu jungen Leuten verfügen diese eher über die Mittel für einen eigenen Haushalt. Besonders in den Städten verstärkt sich der Trend zum Single-Haushalt.

Tabelle — Wohnungsbestand und Bevölkerungsentwicklung

Energieeffizienz im Haushaltssektor nimmt zu

Von 2010 bis 2040 erhöht sich die Wohnfläche, die jeder Deutsche zur Verfügung hat, von durchschnittlich 46 auf 50 Quadratmeter. Die Bevölkerungszahl geht in diesem Zeitraum um rund 1 Prozent auf gut 79 Millionen zurück, trotzdem wächst die Wirtschaft weiter. Pro Kopf nimmt also das Bruttoinlandsprodukt zu, unser persönlicher Wohlstand steigt. Das zeigt sich auch an der um fast 9 Prozent größeren Wohnfläche je Einwohner im Jahr 2040.

Tabelle — Entwicklung Wohnfläche je Einwohner

Insgesamt wächst die Wohnfläche um etwa 8 Prozent. Trotzdem geht der Bedarf der Haushalte an Endenergie zum Heizen und Kochen, für Warmwasser und Strom bis 2040 um 16 Prozent zurück. Auch das Beispiel des Haushaltssektors zeigt deutlich, wie viel effizienter wir Energie in den kommenden Jahren nutzen.

Heizsysteme der Wohnungen im Wandel

In Deutschland gibt es aktuell rund 40 Millionen Wohnungen. Je zur Hälfte sind das Ein- und Zweifamilienhäuser oder Mehrfamilienhäuser. Daran wird sich auch bis zum Ende des Prognosezeitraums nicht viel ändern: Die Zahl der Wohnungen erhöht sich leicht auf knapp 41 Millionen, die Struktur bleibt etwa gleich.

Unterschiedlich ist jedoch die Anbindung an die Versorgungsnetze und damit die Wahl der Heizung. Das Erdgasnetz ist sowohl in Städten als auch in ländlichen Regionen sehr gut ausgebaut. Auch deshalb wird heute etwa die Hälfte aller Haushalte mit Erdgas beheizt. Besonders im Einzelhausbereich verdrängen aber die erneuerbaren Energien (zum Beispiel Pelletheizungen, Wärmepumpen, Solarthermie) zunehmend Öl und Gas. Trotzdem liegt auch 2040 die Rate der Haushalte mit Erdgasheizungen insgesamt immer noch bei über 40 Prozent.

Tabelle — Beheizungsstruktur Ein- und Zweifamilienhäuser

Die Ölheizung - heute nach Erdgas die Nr. 2 bei den Ein- und Zweifamilienhäusern - liefert sich 2040 mit mehr als 5 Millionen Haushalten ein Kopf-an-Kopf Rennen mit Heizsystemen mit erneuerbaren Energien, die im Einzelhausbereich starke Wachstumsraten aufweisen. Bis 2040 hat sich der Anteil der Erneuerbaren deutlich mehr als verdoppelt. Dabei geht der Trend zu Hybridsystemen, wie zum Beispiel Öl- oder Gasbrennwertheizungen mit Solarthermie.

Anders sieht es bei den Mehrfamilienhäusern aus. Aktuell sind drei Viertel an das Erdgas- oder Fernwärmenetz angeschlossen. Daran ändert sich bis 2040 auch nichts. Heizsysteme mit erneuerbaren Energien setzen sich in diesem Sektor nur langsam durch. Zwar verdreifacht sich ihre Zahl, ihr Anteil erreicht bis 2040 aber nur knapp 10 Prozent.

Strom- und Kohleheizungen haben kaum noch Bedeutung

Tabelle — Beheizungsstruktur Mehrfamilienhäuser

Heizenergieverbrauch der Haushalte immer effizienter

Im Haushaltssektor geht der Bedarf an Heizenergie bis 2040 aufgrund höherer Energieeffizienz insgesamt um rund 17 Prozent zurück. Der Heizenergiemix ändert sich erheblich.

Tabelle — Heizenergieverbrauch der Haushalte

Aktuell dominiert Erdgas mit 841 Petajoule. Das entspricht einem Anteil von 44 Prozent. Mineralöl ist mit einem Anteil von rund einem Viertel der zweitgrößte Heizenergieträger. Damit versorgen die beiden klassischen Heizenergien heute 70 Prozent aller Haushalte mit Wärme. Kohle spielt kaum noch eine Rolle. Gemeinsam mit Strom beträgt ihr Anteil am Heizenergiemix im Prognosezeitraum nur etwa 6 bis 8 Prozent. Bis 2040 setzen sich Erneuerbare Energien im Wärmesektor immer stärker durch. Biomasse, wie zum Beispiel, Biogas, Wärmepumpen und Solarthermie tragen dann insgesamt 33 Prozent zur Wärmeversorgung bei. Sie verdrängen vor allem Erdgas und Mineralöl.

Der Beitrag der Fernwärme nimmt noch auf 12 Prozent zu. Ihr Erzeugungsmix ändert sich deutlich.

Tabelle — Primärenergieeinsatz zur Erzeugung von Fernwärme

Während Erdgas mit 44 Prozent künftig am meisten zur Fernwärmeerzeugung beiträgt, nimmt die Bedeutung der Kohle auch in diesem Bereich ab. Ihr Anteil geht um 10 Prozentpunkte zurück. Statt Kohle kommen verstärkt erneuerbare Energien zum Einsatz, zum größten Teil Biomasse.

Sektor Haushalte im Überblick

Wie groß die Verbesserung der Energieeffizienz im Sektor Haushaltswärme ist, wird deutlich, wenn man sich die demografische Entwicklung, das Verbraucherverhalten und die technische Entwicklung genauer ansieht: Obwohl die Bevölkerungszahl abnimmt, steigen der Wohnungsbestand und die Größe der Wohnungen weiter an. Trotzdem geht der Bedarf an Heizenergie insgesamt um rund 17 Prozent zurück. Bessere Wärmedämmung und die Nutzung von modernen Hybrid-Heizsystemen wie zum Beispiel Erdgas- oder Heizölbrennwertheizungen kombiniert mit Solarthermie wirken sich deutlich aus.

Das Effizienzziel der Bundesregierung liegt jedoch noch erheblich höher. Danach soll im Jahr 2050 der Heizenergieverbrauch der Haushalte um 52 Prozent unter dem Wert von 2008 liegen. Dazu wäre eine Verdopplung der energetischen Sanierungsrate von 1 auf 2 Prozent pro Jahr nötig. Das erscheint unter den gegebenen Rahmenbedingungen jedoch nicht realistisch. Im Jahr 2012 lag die Sanierungsrate nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) immer noch bei nur 1 Prozent.

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