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Die geologische Struktur Rühlermoor

Die Struktur Rühlermoor ist mit der Heraushebung des Niedersachsen Beckens vor ca. 85 bis 36 Millionen Jahren, in den geologischen Zeitaltern der mittleren Oberkreide bis ins Alttertiär, entstanden. Der Bentheim Sandstein, der urspünglich in einer flachen Meeresbucht im Bereich des heutigen Rühle in der Unterkreidezeit abgelagert worden war, wurde dabei zur Struktur Rühlermoor umgebaut.

Im Verlauf der Heraushebung entstand ein ausgeprägtes Störungssystem (Bruchschollen-Mosaik). Eine erste Einwanderung des Öls in die Lagerstätte erfolgte vor ca. 120 – 85 Mio. Jahren. Dabei wurde das Öl unter den in den Tiefen der Erde herrschenden hohen Drücken und Temperaturen aus den Muttergesteinen des Wealden und tieferen Muttergesteinen gepresst.

In Folge der Hebung kam es zu Abtragungsprozessen der oberen Deckschichten. Dies führte zur Abwanderung von Kohlenwasserstoffen (Öl und Gas) und einem Druckausgleich zwischen der Öllagerstätte und den oberflächennahen Schichten. Daher wurde der Lagerstättendruck bei der Entdeckung der Lagerstätte auf hydrostatischem Niveau angetroffen, d.h. dem Druck, der dem Gewicht einer Wassersäule in dieser Tiefe entspricht.

Nach Abschluss der Hauptbewegungen wurde die Struktur von Rühlermoor durch die Überdeckung mit Schichten des tonigen Tertiärs wieder abgedichtet. Vor ca. 20 Millionen Jahren wurde das Feld Rühlermoor wieder mit Erdöl aufgefüllt. Diese erneute Öleinwanderung in die Lagerstätte hat die Struktur Apeldorn nicht wieder erreicht. Im Bereich Apeldorn kann der Bentheim Sandstein heute, überlagert von Schichten des Tertiärs und Quartärs, in einer Tiefe von 190 m unter Geländeoberkante angetroffen werden. Das oberste Deckgebirge, das in der Periode Miozän bis Quartär abgelagert wurde, entstand unter geringer tektonischer Aktivität. Daher sind diese Gesteine kaum zerbrochen worden und bieten keine Wegsamkeiten für Kohlenwasserstoffe zur Oberfläche.

Kohlenwasserstoffspuren in Form von Öl- und Gasanzeichen treten in allen Horizonten des Deckgebirges bis ins Tertiär auf. Sie stehen im Zusammenhang mit der dargestellten Öl- und Gas-Einwanderung über Störungsflächen im Zuge der strukturellen Entwicklung über geologische Zeiträume. Die flachste Restölführung wurde im Basissand des U-Eozän nachgewiesen. Die Intensität der Gasanzeichen in der Spülung von Tiefbohrungen nimmt vom Bentheim-Sandstein bis zum Quartär kontinuierlich ab. Im Quartär ist kein Erdölgas nachweisbar. Eine aktuelle Entgasung der Lagerstätten über natürliche Wegsamkeiten (Störungsflächen) im Deckgebirge in Richtung Erdoberfläche kann damit ausgeschlossen werden.

Im gesamten Untersuchungsraum sind die süßwassererfüllten oberflächennahen Schichten vom Bentheim-Sandstein durch eine kontinuierliche Abfolge von Barriere-Horizonten getrennt. Dies gilt auch für den Bereich des Bentheim-Sandsteins am höchsten Punkt des Apeldorn-Hochs. Die verbleibende Barriere besteht hier aus Unter-Eozän Tonen mit einer gesamten Dicke von ca. 80 m. Tongesteine gehören zu den am besten abdichtenden Gesteinen. So wirken sie auch nahe der Erdoberfläche zum Beispiel als Wasserstauer.

Die Berechnungen der Gesteinsfestigkeit haben ergeben, dass die mechanische Integrität des Bentheim-Sandsteins und des Deckgebirge unter den aktuellen hydraulischen Druckverhältnissen im Aquifer gewährleistet ist.

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