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Projektmaßnahmen

Für die Durchführung des geplanten Projektes sind diverse Um- und Ausbauarbeiten erforderlich. Die vier Projektbestandteile (siehe Lageplan) bestehen aus:

  • Entwicklung des Erdölfeldes Rühlermoor (A): Rund 135 Neubohrungen, Erneuerung bestehender Feldleitungen und damit Anpassung an die veränderten Produktionsbedingungen und Sicherung der Integrität.

Feldleitung
Foto — Beispiel einer Feldleitung

  • Umbau des bestehenden Betriebsplatzes (B): Neubau eines Tanks für Lagerstättenwasser, Optimierung  und zum Teil Neubau des vorhandenen Pumpen- und Rohrleitungssystems
  • Neubau einer KWK-Anlage inklusive erforderlicher Nebenanlagen (C): Dampferzeugung und Stromerzeugung durch eine neue, hocheffiziente KWK-Anlage mit Erdgasreinigung und Wasseraufbereitung. Der elektrische Strom wird teilweise in den Anlagen genutzt, der Überschuss in das öffentliche Stromnetz eingespeist.
  • Technische Anlagen zur Wasserinjektion (D): Das nicht zur Dampfinjektion genutzte Lagerstättenwasser wird zurück in die Lagerstätte (Aquifer) verpresst. Dazu werden 2 zentrale Cluster Plätze errichtet und etwa 15 neue Injektionsbohrungen niedergebracht.

Lageplan Rühlerfeld
Foto — Lageplan „Erdöl aus Rühlmoor“
 

Geplante Produktions- / Injektionsgebiete

Im Rahmen des Projektes werden drei verschiedene Bohrungstypen benötigt:

  • Produktionsbohrungen zur Förderung des Nassöls (Als Nassöl wird das Gemisch aus Rohöl und Lagerstättenwasser bezeichnet. Die Zusammensetzung des Nassöls hängt von der jeweiligen Lagerstätte ab.)
  • Dampfinjektoren zur Injektion des Dampfes in die Lagerstätte
  • Wassereinpressbohrungen zur Injektion des abgetrennten Lagerstättenwassers zurück in die Lagerstätte. Ein Teil der heute bestehenden Bohrungen wird nicht weiterbetrieben, so dass die Gesamtzahl der betriebenen Bohrungen nahezu unverändert bleibt.

Lageplan Bohrungen
Foto — Erdöl aus Rühlermoor - geplante Produktions- / Injektionsgebiete
 

Produktionsprozess

Der zukünftige Produktionsprozess unterscheidet sich nicht wesentlich vom bisherigen. Allerdings wird die Dampferzeugung künftig in der geplanten Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (Projektbestandteil C) erfolgen. Zudem wird hierfür in Zukunft aufbereitetes Lagerstättenwasser anstelle von Grundwasser verwendet.

Übersicht Rühlermoor
Foto — Zukünftiger Produktionsprozess

Bohrungen

Zur Förderung des Nassöls sind ca. 110 Neubohrungen geplant, zur Injektion des Dampfes in die Lagerstätte ca. 25 Neubohrungen.

Produktionsbohrung
Foto — Produktionsbohrung

Dampfinjektionsbohrung
Foto — Dampfinjektionsbohrung

Kraft-Wärme-Kopplungsanlage

Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen) sind eine hocheffiziente Form der Nutzung von Primärenergie zur Stromerzeugung. Voraussetzung zur Erzielung der hohen Wirkungsgrade ist die ständige Abnahme der Abwärme (Dampf). Durch die geplante KWK-Anlage kann die injizierte Dampfmenge zur Thermalförderung deutlich erhöht werden. Darüber hinaus werden gleichzeitig elektrischer Strom und nutzbare Prozesswärme erzeugt.

KWK Anlage
Foto — KWK-Anlage

Als Brennstoff wird ein Gasgemisch verwendet, das vorrangig aus Erdgas aus dem öffentlichen Netz besteht, dem sogenanntes Süßgas beigemischt wird. Das verwendete Süßgas wird aus dem bei der Ölförderung anfallenden Erdölgas gewonnen.

Für die Erzeugung des Dampfes wird demineralisiertes Wasser verwendet, das in einer Wasseraufbereitungsanlage aus dem bei der Ölproduktion mitgeförderten Lagerstättenwasser erzeugt wird. Durch diese Umstellung wird kein Grundwasser mehr benötigt.

Etwa ein Drittel der in der KWK-Anlage erzeugten Elektroenergie wird für den Eigenbedarf des gesamten Betriebes verwendet. Der nicht betrieblich genutzte Strom wird über das Umspannwerk Rühle in das öffentliche Stromnetz eingespeist.

Die schematische dreidimensionale Ansicht der KWK-Anlage mit Nebenanlagen wurde in ein Luftbild des bestehenden Betriebsplatzes montiert (rot umrandete Fläche).

Schema KWK Anlage
Foto — Schema KWK-Anlage

Geologischer Schnitt

Die geologischen Grundlagen sind in dieser Abbildung vereinfacht illustriert. Der Ölförderhorizont in Rühlermoor ist der Bentheim Sandstein. Das Öl der Lagerstätte ist sehr zähflüssig, so dass eine wirtschaftliche Förderung nur durch Heißdampfbehandlung und Druckerhalt über das nachschiebende Tiefenwasser erfolgen kann.

Die Formationen, aus denen das Erdöl gewonnen wird, gehören der Jura- und Kreidezeit des Erdmittelalters an. Sie sind ca. 100 bis 200 Millionen Jahre alt und liegen vorwiegend in Tiefen von 700 bis 2.000 Metern. Die Struktur Rühlermoor ist mit der Heraushebung des Niedersachsen Beckens vor ca. 85 bis 36 Millionen Jahren entstanden.

Im Laufe der Erdgeschichte haben sich die Reste von organischen Substanzen, meist Algen, mit feinstem Gesteinsmaterial im Meer abgelagert und wurden durch Sauerstoffmangel weitgehend luftdicht versiegelt. Eine Verwesung konnte so nicht stattfinden und es bildete sich durch überlagernde Schichten Tongestein, das im Laufe von Jahrmillionen zum Erdölmuttergestein wurde.

Durch die in großen Tiefen herrschenden hohen Temperaturen werden aus diesen Muttergesteinen Erdöle freigesetzt. Dies sind Gemische aus Kohlenstoff- und Wasserstoffverbindungen, die je nach Anzahl der in ihnen enthaltenen Kohlenstoffatome leichtflüssige oder schwerflüssige bis feste Substanzen sind.

Durch die Last der darüber liegenden Schichten stiegen die Kohlenwasserstoffe im Laufe der Zeit durch den Porenraum oder entlang von Klüften nach oben, da sie leichter als Wasser sind, das normalerweise den Porenraum zwischen den Gesteinskörnern füllt. Wenn sie auf dem Weg nach oben durch undurchlässige Gesteinsschichten wie Salz, Mergel oder Ton abgebremst wurden, lagerten sie sich dauerhaft darunter ab. Auch heute sind die süßwassererfüllten oberflächennahen Schichten im Bereich des Feldes Rühlermoor vom ölführenden Bentheim Sandstein durch eine kontinuierliche Abfolge von Barriere Horizonten getrennt.

Geologischer Schnitt
Foto — Geologischer Schnitt

Erfahren Sie mehr zur geologischen Struktur des Erdölfeldes Rühlermoor.

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