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Emissionen reduzieren

Energie und menschlicher Fortschritt sind eng miteinander verbunden. Sie öffnen Türen zu zuverlässigeren, erschwinglicheren und saubereren Energieträgern und haben im Laufe der letzten zwei Jahrhunderte eine wesentliche Verbesserung des Lebensstandards mit sich gebracht.

Ein wichtiges Element dieses kontinuierlichen Fortschritts der Menschheit ist und war schon immer die Bewältigung der durch diesen Fortschritt verursachten Umweltauswirkungen.

Trotz des zu erwartenden Bevölkerungswachstums und der Erhöhung des Lebensstandards wird der Anstieg der energiebedingten CO2-Emissionen in den nächsten Jahrzehnten gebremst werden. Die Hauptgründe sind verbesserte Energieeffizienz und verstärkte Anstrengungen, möglichst CO2-ärmere Brennstoffe einzusetzen. Unseren Schätzungen nach werden die globalen CO2-Emissionen etwa 2030 ihren Höhepunkt erreichen und danach zurückgehen.

Während Menschen und Nationen nach neuen Wegen zur Reduzierung der Risiken eines globalen Klimawandels suchen, werden sie weiterhin realistische Lösungen finden müssen, die die Erschwinglichkeit oder Zuverlässigkeit der benötigten Energie nicht beeinträchtigen.

Dieses wichtige Thema stand auf der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris im Vordergrund.

Viele Nationen reduzieren bereits ihre CO2-Emissionen im Verhältnis zu ihrem Bruttoinlandsprodukt. Bis 2040 wird sich die Kohlenstoffintensität der globalen Wirtschaft voraussichtlich um die Hälfte verringern, wozu sowohl OECD- als auch Nicht-OECD-Länder maßgeblich beitragen werden. Ein Hauptfaktor für diese Errungenschaft wird die gesteigerte Energieeffizienz sein, begleitet von einem allmählichen, aber signifikanten Übergang zu weniger kohlenstoffintensiven Energieträgern.

Infolge dieser Veränderungen dürften die energiebedingten CO2-Emissionen etwa 2030 ihren Höhepunkt erreicht haben und danach zurückgehen. Im Jahr 2040 werden die globalen CO2-Emissionen gegenüber 2014 voraussichtlich nur um etwa 10 Prozent höher sein, obwohl sich die Bevölkerung um etwa 25 Prozent vermehrt und sich das globale Bruttoinlandsprodukt mehr als verdoppelt haben wird.

OECD führt den Übergang zu reduzierten Emissionen

Für die Prognose gehen wir weiterhin davon aus, dass die Regierungen Gesetze verabschieden werden, die energiebedingte CO2-Emissionen immer stärker verteuern, und dass die Kosten der CO2-Emissionen in den OECD-Ländern bis 2040 rund 80 USD pro Tonne erreichen werden. China und andere führende Nicht-OECD-Länder werden diesen politischen Initiativen der OECD voraussichtlich folgen.

In den OECD-Ländern wird der wachstumsbedingte Mehrbedarf an Energie durch effizientere und sauberere Brennstoffe mehr als ausgeglichen, was sich in den bereits zurückgehenden energiebedingten CO2-Emissionen zeigt. Die Emissionen in OECD-Ländern werden von 2014 bis 2040 schätzungsweise um 20 Prozent sinken, wobei der Anteil der OECD-Länder an den globalen Emissionen von unter 40 Prozent auf weniger als 30 Prozent fallen wird.

Europa wird wahrscheinlich weiterhin die niedrigste Kohlenstoffintensität aller größeren Wirtschaftsregionen aufweisen.

In den Nicht-OECD-Ländern wird dagegen bis 2040 ein 30-prozentiger Anstieg der CO2-Emissionen erwartet. Die Emissionen in China werden voraussichtlich 2030 ihren Höhepunkt erreichen und dann bis 2040 um 10 Prozent sinken, sodass Chinas Anteil an den globalen Emissionen etwa 25 Prozent -  also mehr als das Doppelte der USA oder Indien - betragen wird. In Indien und in anderen Entwicklungsländern werden die Emissionen bis 2040 ansteigen, doch die Abwärtstrends ab 2030 in den OECD-Ländern und in China werden diese Steigerungen voraussichtlich mehr als ausgleichen.

Optionen zur Bewältigung der Langzeitrisiken des Klimawandels

Fortschritte beim Erreichen der Energie- und Klimaziele können nur durch praktische Ansätze realisiert werden, die beide Ziele unterstützen. Zweckmäßige Lösungen sind von Zuverlässigkeit, Erschwinglichkeit und wirtschaftlichem Wert geprägt. In diesem Sinne sollten Länder und Verbraucher ihre begrenzten finanziellen Ressourcen so einteilen, dass sie bei Energieeinkäufen stets den besten Wert erhalten und zugleich die mit der Reduzierung von Treibhausgas (THG)-Emissionen verbundenen Kosten minimieren können.

In den meisten Ländern wird der höchste Wert nicht durch Subventionen oder Einführung teurer alternativer Technologien realisierbar sein, sondern eher durch einen offenen Wettbewerb in einem vielfältigen Markt für zweckmäßige kohlenstoffarme Alternativen. Im Hinblick darauf hat das US Congressional Budget Office schon vor Jahren vorgeschlagen, dass die Festsetzung eines transparenten, zuverlässigen Preises für CO2-Emissionen die wirtschaftlichste Lösung für die Reduzierung der Emissionen in unserer heutigen Gesellschaft wäre.

Bei Verwendung dieses CO2-Kosten Ansatzes wäre der Anreiz für die Reduzierung von THG-Emissionen – und die wirtschaftlichsten Lösungen – offensichtlich.  Zum Beispiel ist man sich in den USA bewusst, dass durch eine Verbesserung der Kraftstoffeffizienz bei konventionellen Benzinfahrzeugen Emissionen stärker – und kostengünstiger – reduziert werden könnten, als durch eine erweiterte Verwendung teurer Elektrofahrzeuge. Auch im Kraftwerkssektor liegt es auf der Hand, dass ein Umstieg von Erdgas auf Kohle eine weitaus wirtschaftlichere Lösung für die Reduzierung von Emissionen wäre, als der Bau neuer Windkraft- und Solarenergieanlagen für die Stromerzeugung. Durch Verlagerung des Schwerpunkts auf marktwirtschaftliche Lösungen können Regierungen vermeiden, dass Verbraucher und Steuerzahler für teure Lösungen aufkommen müssen, wenn eine Vielzahl an wesentlich besseren Alternativen zur Verfügung steht.

Bedarf an Flexibilität und Transparenz

Die Herausforderung, den globalen Energiebedarf zu decken und zugleich die Risiken des Klimawandels zu bewältigen ist real. Dies ist aber nicht die einzige Herausforderung. Die Vereinten Nationen verabschiedeten 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die natürlich auch den Klimawandel betreffende Maßnahmen umfassen. Zu den weiteren Zielen gehören die Schaffung besserer Lebensbedingungen für Menschen in allen Ländern zur Beendigung der Armut, Verbesserung von Gesundheit und Bildung, Zugang zu sauberem Wasser und Sanitärversorgung, wirtschaftliche Chancen und kommunale sowie soziale Entwicklung.

Da jede Gesellschaft und jeder Mensch begrenzte Mittel nach verschiedenen Prioritäten verteilen muss, ist es kein Wunder, dass niemand mehr als unbedingt notwendig für die Deckung eines bestimmten Bedarfs aufwenden will. Die Suche nach den jeweils preiswertesten Alternativen führt zu einer vernünftigen Verwaltung finanzieller Mittel und sorgt dafür, dass keine Priorität zum Nachteil anderer Bedürfnisse bevorzugt wird.

Aufgrund der enorm hohen Kosten sind Länder gezwungen, eine Klimapolitik einzuführen, die Transparenz und marktwirtschaftliche Lösungen fördert. Die langfristige Herausforderung des Klimawandels bietet jedoch auch Möglichkeiten zur Weiterentwicklung bestehender Lösungen, da sich die Wissensbasis erweitert, technologische Fortschritte erzielt werden und der Markt sich anpasst. Folglich ist eine Politik zur Förderung von Innovation und Flexibilität durch Wettbewerb und freier Märkte von größter Wichtigkeit, um sicherzustellen, dass weltweit die wirtschaftlichsten Möglichkeiten zur Deckung des Energiebedarfs der Menschheit und zur Reduzierung der globalen THG-Emissionen verfolgt werden.

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