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Globaler Energy Outlook

Der „Outlook for Energy“ ist unser langfristiger globaler Ausblick auf die Entwicklung von Energieangebot und ‑nachfrage. Die daraus gewonnenen Ergebnisse helfen uns bei der Planung langfristiger Investitionen und sollen ein besseres Verständnis der Themen vermitteln, die die Energiezukunft der Welt prägen. Die Prognose wird jährlich aktualisiert, die aktuelle Ausgabe umfasst den Zeitraum bis 2040.

Energie heute

Energie ist integraler Bestandteil unseres Lebens im 21. Jahrhundert. 

Energie hält uns warm oder kühl, und wir brauchen sie zum Kochen unserer Mahlzeiten. Sie hält uns mobil und ermöglicht, dass wir mit unseren Mitmenschen nah und fern in Kontakt bleiben. Sie beleuchtet die Werkstätten und Labore von Unternehmern und Erfindern, die daran arbeiten, eine bessere Welt aufzubauen. Wir brauchen Energie, um unsere Felder abzuernten, unsere Fabriken zu betreibein, unsere Städte zu bauen und unser Wasser zu reinigen. 

Das 21. Jahrhundert hat bereits große Veränderungen im Gebrauch von Energie erlebt – Smartphones mit Internetverbindung wurden zum Beispiel erst etwa im Jahr 2000 eingeführt und heute gibt es davon mehr als 2,5 Milliarden weltweit.

Darüber hinaus gab es in diesem Jahrhundert auch gewaltige Fortschritte in der Energietechnik, z. B. zur Erschließung gewaltiger unkonventioneller Öl- und Erdgasvorkommen in Nordamerika.

Zusammengenommen haben diese Technologien eine neue Ära des Überflusses – und auch der Vielfalt – von Energie eingeleitet. Heute kann unsere Energie tief unter dem Meeresboden, aus Schieferformationen, Kernspaltung, Biokraftstoffen oder aus Wind und Sonne gewonnen werden. Und wichtig ist, dass bei der weiteren Entwicklung von Erschließung und Nutzung dieser Energiequellen die Umwelt immer weniger beeinträchtigt wird.

Während sich die Energieversorgung weiterentwickelt, folgen auch die Rahmendbedingungen auf der Nachfrageseite ihrer eigenen Dynamik. Viele Volkswirtschaften haben auch mehr als fünf Jahre nach der weltweiten Rezession noch mit Schwierigkeiten zu kämpfen, während andere, wie etwa China, weiterhin beachtlich, allerdings etwas langsamer wachsen. Dennoch ist die weltweite Wirtschaftsleistung seit 2000 um rund 50 Prozent gestiegen, was den Lebensstandard für viele Hundert Millionen Menschen ebenfalls verbessert hat.

Ein weiterer positiver Trend ist unsere Fähigkeit, Energie weitaus wirtschaftlicher zu nutzen und damit den Anstieg des Energieverbrauchs und der Emissionen einzudämmen. Die Welt verbraucht heute rund 10 Prozent weniger Energie pro wirtschaftlicher Produktionseinheit als im Jahr 2000, wobei die Hälfte dieses Fortschritts seit 2010 erzielt wurde.

Unser Energiebedarf ist allerdings nach wie vor gewaltig. Der weltweite Energiebedarf stieg von 2000 bis 2014 um etwa ein Drittel, wobei rund die Hälfte dieses Anstiegs auf China entfiel.

Die Deckung des steigenden Energiebedarfs ist eine ständige Herausforderung, wenn man sich die Größenordnung der Mengen vor Augen hält, die zur Deckung des täglichen Bedarfs von 7 Milliarden Menschen notwendig sind. Alleine der Ölverbrauch – gerade einmal ein Drittel des weltweiten Energieverbrauchs – liegt bei annähernd 95 Millionen Barrel täglich; damit könnte ein Auto 160 Milliarden Kilometer fahren oder 4 Millionen Mal die Erde umrunden.

Mehrere Aspekte haben auch heute Gültigkeit: Moderne Energie ist eine Grundvoraussetzung für unseren Lebensstandard; es gibt immer mehr machbare Alternativen zur Deckung des Energiebedarfs, darunter auch solche bezüglich Energieeffizienz; und die Energiebranche ist riesig, wächst und verbindet ganze Regionen durch Handel.

Energie morgen

Über den Prognosezeitraum bis 2040 werden Verbraucher wie Unternehmen den Energiebedarf kontinuierlich neu definieren, was durch Wellen wirtschaftlichen Wachstums und technischer Fortschritte geprägt sein wird. Gleichzeitig werden Angebot und Nachfrage von einem breiten Spektrum an staatlichen Maßnahmen beeinflusst werden, z. B. um den Zugang zu modernen Energien zu erweitern oder Maßnahmen, die auf eine Minderung der Risiken des globalen Klimawandels ausgerichtet sind.

Wir gehen davon aus, dass Öl, Erdgas und Kohle innerhalb dieses Zeitrahmens nach wie vor rund 80 Prozent der weltweiten Nachfrage decken werden. Ein Jahrhundert lang bildeten diese Quellen das Fundament der modernen Energie, die das moderne Leben ermöglicht hat. Sie sind auch heute noch reichlich vorhanden, zuverlässig und erschwinglich und in der Menge verfügbar, die notwendig ist, um 7 Milliarden Menschen rund um die Uhr zu versorgen.

Es werden sich jedoch merkliche Veränderungen einstellen. Das größte Wachstum wird sich voraussichtlich beim Erdgas ergeben, denn es ist eine praktikable Energielösung für viele Anwendungen und hat einen beträchtlichen Kostenvorteil gegenüber anderen Alternativen, die den Risiken des Klimawandels entgegen wirken. Wir erwarten, dass erneuerbare Energien und Kernkraft in diesem Zeitraum ebenfalls stark wachsen und gemeinsam für etwa zwei Drittel des Anstiegs des Energiebedarfs zur Stromerzeugung stehen.

Politische Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgas (THG)-Emissionen werden die Energielandschaft zunehmend beeinflussen. Nach unserer Auffassung werden die globalen, durch den Energieverbrauch verursachten CO2-Emissionen, die von 1990 bis 2014 um mehr als 50 Prozent gestiegen sind, voraussichtlich um 2030 ihren Höchstwert erreichen.

Wir erwarten, dass die Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), in denen die CO2-Emissionen rückläufig sind, bei dieser Umstellung führend sein werden. China, wo die Emissionen um 2030 ihren Höhepunkt erreichen, wird jedoch ebenfalls eine bedeutende Rolle spielen. Wir erwarten, dass diese globale Verschiebung großenteils durch eine weitaus wirtschaftlichere Energienutzung in allen Regionen ermöglicht wird.

Angesichts der stark zunehmenden Energieeffizienz und beträchtlicher Veränderungen im weltweiten Energiemix – verursacht durch Wirtschaft und Klimapolitik – gehen wir davon aus, dass sich die CO2-Intensität der Weltwirtschaft bis 2040 halbiert.

Dank der wirtschaftlichen Entwicklungschancen, die sich durch reichlich vorhandene Energie ergeben, steht die Welt unserer Auffassung nach an der Schwelle zu jahrzehntelangem intensiven Wachstum und besseren Lebensbedingungen für Milliarden von Menschen.

In der Zeit bis 2040 werden die Weltbevölkerung und die globale Mittelschicht dramatisch wachsen. Der Lebensstandard wird steigen, wenn Millionen von Menschen Zugang zu elektrischem Strom erhalten, was zu Vorteilen wie besserer Bildung und moderner medizinischer Versorgung führt.

Von 2014 bis 2040 wird die weltweite Energienachfrage um 25 Prozent steigen. Dieser Anstieg entspricht dem gesamten heutigen Energieverbrauch in Nord- und Lateinamerika.

Wir erwarten, dass die Zunahme des Energiebedarfs von einem 45-prozentigen Anstieg in Nicht-OECD-Ländern getrieben wird; die Nachfrage der OECD-Länder wird im Großen und Ganzen gleich bleiben. Die Energieeffizienz wird bei der Drosselung des globalen Nachfrageanstiegs eine gewaltige Rolle spielen. So wird der Energieverbrauch pro wirtschaftlicher Produktionseinheit wahrscheinlich um 40 Prozent sinken.

Um mit dieser Nachfrage Schritt halten zu können, muss die Welt alle wirtschaftlichen Energiequellen nutzen. 2040 werden Öl und Erdgas wahrscheinlich rund 60 Prozent des globalen Angebots ausmachen, während Kernkraft und erneuerbare Energien einen Anteil von 25 Prozent ansteuern.

Wir können davon ausgehen, dass neue Technologien neue Energiealternativen für unsere wachsende Welt schaffen werden. Wir wissen noch nicht, was dies für Technologien sein werden, aber die Geschichte lehrt uns, dass die besten unter ihnen erschwinglich, in wirtschaftlich sinnvollen Größenordnungen verfügbar und nicht zu stark von staatlicher Unterstützung abhängig sein werden. Für diese Technologien werden politische Maßnahmen nötig sein, die Innovationen, Investitionen und den freien Handel fördern.

Eine der Konstanten im Leben ist der Wandel. Eine weitere ist Energie. Indem wir die im Outlook for Energy beschriebenen Trends verstehen, können wir besser vorhersehen, wie viel Energie – und welche Energieträger davon – die Welt künftig braucht. Diese Erkenntnis leitet uns bei unseren Investitionen, damit wir mit unserer Arbeit den globalen Bedarf an erschwinglicher, zuverlässiger Energie sicher decken können – Energie, die Wert und Mehrwert für das moderne Leben der Menschen in aller Welt schafft.

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