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Donnerstag, 6. Okt. 2016  

Ausblick auf das Jahr 2040: ExxonMobil veröffentlicht Energieprognose

Ausblick auf das Jahr 2040: ExxonMobil veröffentlicht Energieprognose

  • CO2-Emissionen sinken bis 2040 um mehr als 50 Prozent
  • Mineralöl und Erdgas bleiben die Hauptenergieträger
  • Strom stammt 2040 zu 40 Prozent aus erneuerbaren Quellen

Mit der Energieprognose wagt ExxonMobil jedes Jahr eine langfristige Einschätzung des deutschen Energiebedarfs. Wieviel Energie braucht Deutschland in Zukunft? Wofür wird sie benötigt? Und welchen Beitrag leisten die einzelnen Energieträger, um den Bedarf zu decken? – Fragen, die gerade in Zeiten der Energiewende von enormer Bedeutung sind.

„Mit der Energieprognose und dem Outlook for Energy, sozusagen dem internationalen Pendant, erheben wir Jahr für Jahr Daten, um das Unternehmen strategisch für die Zukunft auszurichten“, macht Dr. Heinrich Herm Stapelberg, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit von ExxonMobil, deutlich. Ein ganzes Team von Experten arbeitet bei ExxonMobil daran, einen möglichst genauen Ausblick zu erstellen und beispielsweise Fragen danach zu klären, wie in Deutschland 2040 geheizt wird und wie unsere Autos angetrieben werden.

Wer wissen will, wie der Energiebedarf künftig aussieht, muss sich auch mit der Bevölkerungsstruktur und der Wirtschaftsleistung auseinandersetzen. Dabei zeigt die Energieprognose, dass die deutsche Bevölkerung zuwanderungsbedingt bis 2020 auf 83 Millionen (2010: 80 Millionen) wachsen wird, dann aber wegen des demografischen Wandels schrumpft – auf 79 Millionen Menschen im Jahr 2040. Gleichzeitig steigt die Wirtschaftsleistung: Das Bruttoinlandsprodukt nimmt bis 2020 jährlich um etwa 1,5 Prozent zu. Dieser Trend verlangsamt sich und liegt am Ende des Prognosezeitraums bei unter einem Prozent. Anders ausgedrückt: Steigt das Bruttoinlandsprodukt 2020 um etwa drei Billionen Euro, sind es 2040 schon fast 3,8 Billionen. „Trotz der positiven Wirtschaftsleistung, geht im Prognosezeitraum der deutsche Primärenergieverbrauch um 30 Prozent zurück“, sagt Klaus Torp, der bei ExxonMobil für die deutsche Energieprognose verantwortlich zeichnet.

Möglich machen das vor allem zwei Faktoren: Zum einen verschieben sich bis 2040 die wirtschaftlichen Aktivitäten in Deutschland weg vom Industrie- hin zum Dienstleistungssektor, zum anderen steigt die Energieeffizienz.

„Neben mehr Effizienz wird ein Wandel im Energiemix dafür sorgen, dass CO2-Emissionen reduziert werden“, so Torp. Dabei werden künftig durchaus Erfolge zu verzeichnen sein. So werden die energiebedingten CO2-Emissionen 2020 im Vergleich zu 1990 um etwa 30 Prozent sinken, 2030 liegt die Reduzierung bei 40 und 2040 gar bei mehr als 50 Prozent. Aber: Das reicht nicht, um die Ziele des Energiekonzepts der Bundesregierung zu erreichen, das Reduzierungen von 40, 55 und 2040 sogar von 70 Prozent vorsieht.

Nach dem geplanten Ende der Kernenergienutzung in Deutschland 2023 wird diese vor allem durch Erneuerbare Energien und Erdgas ersetzt. Erdgas wird nach 2030 sogar Mineralöl von Platz eins beim Primärenergieeinsatz verdrängen und 2040 einen Anteil von 36 Prozent haben (Mineralöl: 26 Prozent). Die Erneuerbaren Energien liegen dann bei 24 Prozent, Kohle wird bis 2040 aufgrund der hohen CO2-Emissionen immer weiter zurückgedrängt und kommt schließlich nur noch auf elf Prozent.

Deutlich wird der Erfolg der Erneuerbaren Energien, wenn man die Stromerzeugung betrachtet. 2040 stammt Strom zu 40 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Aber: Da davon die wetterabhängigen und daher sehr volatilen Ressourcen Wind und Sonne 80 Prozent ausmachen, wird auch eine fossile Energiequelle zur Sicherung der Stromversorgung benötigt. Das wird vor allem Erdgas sein, das knapp hinter den Erneuerbaren ebenfalls zu rund 40 Prozent an der Stromerzeugung beteiligt sein wird. Der Anteil von Kohle wird um mehr als 20 Prozent im Vergleich zu heute abnehmen, die sonstigen Energieträger halten ihr Niveau. „Interessant ist, dass der Bruttostromverbrauch in Deutschland bis 2040 nahezu konstant bleibt, der Primärenergieeinsatz, um diesen Strom zu erzeugen, aber um 40 Prozent sinkt. Das zeigt erneut, was mit Effizienzsteigerungen möglich ist“, verdeutlicht Torp.

Er berichtet, dass ähnliches auch beim Energiebedarf für Heizung und Pkw-Verkehr zu beobachten ist. So wächst die Wohnfläche je Einwohner bis 2040 um zehn Prozent, gleichzeitig sinkt der Heizenergiebedarf um 15 Prozent. Während an dieser Stelle aktuell Erdgas 44 Prozent am Brennstoffmix ausmacht und Mineralöl 26 Prozent, ändert sich das bis 2040. Dann werden die Erneuerbaren – Biomasse und Solarthermie – zu 33 Prozent zur Wärmeversorgung beitragen und vor Erdgas (30 Prozent) liegen. Effizienzsteigerungen gibt es auch im Verkehrssektor: Bis 2030 wächst der deutsche Pkw-Bestand von 45 auf 48 Millionen Fahrzeuge und sinkt anschließend bis 2040 wieder auf 45 Millionen, gleichzeitig nimmt der Pkw-spezifische Verbrauch stetig ab, verringert sich bis 2040 sogar fast um die Hälfte. Gleichzeitig verändern sich die Antriebsarten im Flottenmix: Alternative Antriebe gewinnen an Bedeutung, können aber Benziner und Diesel längst nicht verdrängen – sie haben 2040 noch einen Anteil von zwei Drittel.

Mit Blick auf die alternativen Antriebsarbeiten erklärt Torp: „Reine Elektroautos werden auch 2040 die Ausnahme auf deutschen Straßen sein – von 45 Millionen zugelassenen Wagen werden nur etwa drei Millionen rein elektrisch angetrieben. Durchsetzen werden sich vor allem die Plug-in-Hybride, die nicht einmal halb so viel CO2 ausstoßen wie ein Vollhybrid.“

„Pkw verbrauchen weniger, es wird weniger Heizenergie für mehr Wohnraum benötigt, wir brauchen weniger Primärenergieeinsatz für nahezu konstanten Stromverbrauch – all das zeigt, dass Effizienzsteigerungen ein wesentlicher Schlüssel dafür sind, klimafreundlicher zu leben. Zusätzlich werden bis 2040 CO2-intensive Energieträger mehr und mehr verdrängt“, bilanziert Herm Stapelberg die neue Energieprognose von ExxonMobil.

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