Zum Hauptinhalt springen
Suche

News

Mittwoch, 25. Juni 2014  

Anerkennung für mutige Investition: Pegasus Preis 2014 für das Ohnsorg Studio

Den mit 35.000 Euro dotierten Pegasus Preis von ExxonMobil für Hamburger Privattheater sprach die unabhängige Jury dem Ohnsorg Studio zu für die Spielzeit 2013/14.

Damit würdigte die Jury vor allem die mutige Entscheidung des Ohnsorg Intendanten Christian Seeler, eine Spielstätte zu gründen mit 100 Plätzen zu überwiegend ermäßigten Kartenpreisen: eine Investition in den Nachwuchs sowohl für die plattdeutsche Sprache als auch für das Theater. Er engagierte Cornelia Ehlers als Intendantin, die jährlich drei Eigenproduktionen herausbringt: vom Kinder- über das Jugendtheater bis zu Stücken für Jugendliche. Dabei wird das Publikum in zweisprachigen Produktionen an die plattdeutsche Sprache herangeführt. Ergänzt wird das Programm um Konzerte, Lesungen und Solo-Abende von Schauspielern aus dem Ensemble des Ohnsorg Theaters.

Ausdrücklich anerkannte die Jury auch die Leistung der Studio-Intendantin, der es in nur zwei Spielzeiten gelungen ist, das Ohnsorg Studio als wichtigste institutionelle Bühneninnovation im Hamburger Theaterleben zu etablieren. Ihr gelangen überdurchschnittliche bis herausragende Inszenierungen mit eigenen Übersetzungen, einem klugen und lebendigen Spielplan, Topbesetzungen bei Regie und Schauspielern aus dem Ohnsorg Theater-Ensemble. In der Saison 2013/14 ist dafür ein Beispiel die Inszenierung „Leonce und Lena“ nach Georg Büchner. Ehlers‘ plattdeutsche Fassung, die von Ingo Pütz und den vier Darstellern hin- und mitreißend in Szene gesetzt wurde, ist auf die Lebenswelt heutiger Jugendlicher zugeschnitten und hat durch eine dramaturgische Meisterleistung zusätzlich an Spannung gewonnen.

Ein weiterer Aspekt für die Entscheidung der Jury war, dass die zweite Saison der neuen Spielstätte nahtlos an das sehr hohe Niveau der ersten Spielzeit anknüpfen konnte. Hervorzuheben sind neben den großartigen schauspielerischen Leistungen in unmittelbarer Nähe zum Publikum die liebevoll und fantasievoll ausgearbeiteten Bühnenbilder: Mitunter binden sie das Publikum ein, wie in „Indien“, wo sich die Zuschauer gemeinsam mit den Darstellern in einer drögen norddeutschen Dorfkneipe wiederfinden, oder sie entfalten sich unmittelbar vor ihnen wie in „Leonce und Lena“ oder „Fett Swien“ von Neil LaBute, das in der plattdeutschen Übersetzung von Cornelia Ehlers ebenfalls ein Glanzstück war.

Schließen