Innovationskraftlos

Ritva Westendorf-Lahouse

Media & Communication Manager

Artikel

Innovationskraftlos
Deutschland gehen die Innovationen aus. Die Wirtschaft bringe immer weniger Innovationen zustande. Alarmierend für den Standort Deutschland, der im Wettbewerb nur durch Innovationskraft bestehen könne, wenn denn schon auf der Kostenseite kein Stich zu machen ist. So ist zu lesen. Und so werde über Programme nachgedacht, wie man Innovationen wieder nach vorne bringt. Gut so. Allein die Zweifel bleiben. Ein Land, in dem jedem Projekt ein jahrelanger Genehmigungsprozess vorausgeht, in dem man sich wohlfühlt, wenn der Industrie doch lieber noch ein paar mehr Daumenschrauben angelegt werden, ein Land, in dem es über Interessenvertreter der Industrie wie selbstverständlich heißt, sie seien doch nur Lobbyisten, ein Land in dem Meinungsäußerungen seitens der Industrie immer wieder gerne der Stempel „Propaganda“ – oder neuerdings natürlich mit Vorliebe auch „Fake News“ – aufgedrückt wird –... Dieses Land hat nicht das Problem, dass aus der Wirtschaft keine Innovationen kämen. Dieses Land hat ein Problem mit seinem Selbstverständnis als Industriestandort. Solange es chic ist, in „der“ Industrie ein Feindbild zu sehen, wird Innovation es schwer haben. Oder um es mit Vince Ebert zu sagen: „Und so fliegst du eben nicht auf den Mond. So fliegst du nicht mal von Berlin aus irgendwohin.“