Der Weg zum Erdgas

Technik mit langer Tradition:  Seit vielen Jahrzehnten wird in Deutschland Erdgas gefördert. In dieser Zeit wurden fortlaufend Technologien weiterentwickelt, die die Gewinnung von Erdgas unter höchsten Sicherheits- und Umweltstandards gewährleisten.

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Der Weg zum Erdgas

Erfolgreich erkundet

Wurde bei der Erkundung des Untergrunds ein potenzielles Erdgasvorkommen entdeckt, geht es an die Planung. Zuerst wird ein Bohr- beziehungsweise Förderplatz errichtet – der ist in etwa so groß wie ein Fußballfeld. Hier befindet sich auch der Bohrtum, der symbolhaft für die gesamte Erdgas- und Erdölindustrie steht. Tatsächlich steht er allerdings nur etwa drei Monate auf dem Platz. Ist der Bohrvorgang abgeschlossen, wird der Turm abgebaut. Zurück bleibt lediglich ein rund zwei Meter hohes, sogenanntes „E-Kreuz“ (Eruptionskreuz), das den Bohrlochabschluss bildet.

Der Bohrplatz wird hermetisch abgedichtet, sodass etwaige auslaufende Flüssigkeiten nicht in den Boden eindringen können. 

Die Technik am Bohrloch

Bis zu 5.000 Meter tief muss man bohren, um auf Erdgas zu stoßen und es fördern zu können. Dafür wird zunächst ein massives Standrohr in die Erde gerammt, um das Grundwasser von der Bohrung hermetisch abzudichten.

Gebohrt wird mit dem sogenannten Rotary-Verfahren. Dabei überträgt ein rotierendes Bohrgestänge aus nahtlosen, neun Meter langen Gestängerohren Drehbewegungen auf einen Meißel, der den Boden zerkleinert und sich so ständig tiefer bewegt.

Bohrmeißel im Einsatz. 

Die Bohrung erfolgt in mehreren Etappen, die jeweils mit einem Stahlrohr ausgekleidet werden. Durch die verschiedenen Etappen verkleinert sich das Bohrloch wie ein Teleskop im Verlauf von anfangs etwa 70 Zentimetern bis auf 10 Zentimeter. Die so entstehenden Zwischenräume der einzelnen Stahlrohre werden mit Spezialzement ausgefüllt. Auf diese Weise entsteht eine mehrschichtige Schutzwand aus Zement und Stahlrohren. Damit das Erdgas zum Bohrloch fließen kann, wird das untere Teilstück perforiert, also mit kleinen Löchern versehen. 

Oberste Priorität: Trink- und Grundwasserschutz

Für uns gilt: Grundwasserschutz geht vor Energiegewinnung und hat bei der Erdgasförderung oberste Priorität! Die trinkwasserführenden Schichten reichen in den für ExxonMobil relevanten Aufsuchungs- und Fördergebieten Norddeutschlands üblicherweise bis maximal 200 Meter tief. Die erdgasführenden Schichten liegen hingegen bei rund 1.000 bis 5.000 Metern. Zwischen den trinkwasserführenden Schichten und der Erdgaslagerstätte befindet sich also ein viele hundert bis mehrere tausend Meter starkes Deckgebirge. Trinkwasserführende Schichten werden einzig durch die Bohrung berührt. Zusätzlich sorgen verschiedene Maßnahmen, zum Beispiel die hermetische Abdichtung des Bohrplatzes sowie ein Untertage-Sicherheitsventil, das im Förderstrang eingebaut ist, dafür, dass der Grundwasserschutz zu jeder Zeit sichergestellt werden kann. 

Der Trinkwasserschutz hat bei der Erdgasförderung oberste Priorität. Bis zu mehrere tausend Meter starkes Deckgebirge liegt zwischen den trinkwasserführenden Schichten und der Erdgaslagerstätte. Zusätzlichen Schutz bietet die Mehrfachverrohrung des Bohrlochs durch zahlreiche Zement- und Stahlrohrschichten.

Jahrezehntelange Förderung

Sind die Bohrungsarbeiten abgeschlossen, wird die Produktion vorbereitet: der Bohrturm wird abgebaut, der Bohrplatz zurückgebaut und eine Fördereinrichtung, das E-Kreuz, installiert. Im Idealfall kann nun jahrezehntelang Erdgas gefördert werden. Um die Sicherheit jederzeit zu gewährleisten, finden regelmäßige Kontroll-Befahrungen und Wartungsarbeiten statt.

Umgang mit Lagerstättenwasser

Während der Förderung kommt oftmals nicht nur Erdgas zutage, sondern auch so genanntes Lagerstättenwasser – etwas, das sich natürlicherweise in der Lagerstätte befindet.

Die Zusammensetzung des Wassers hängt von der jeweiligen Gesteinsschicht ab. In Norddeutschland besteht es in der Regel aus stark salzhaltigen Lösungen sowie geringen Mengen an Kohlenwasserstoffen. Je nach Lagerstätte können auch andere Stoffe wie Quecksilber oder natürliche schwach radioaktive Stoffe, sogenannte NORM-Stoffe, enthalten sein.

Wie das anfallende Lagerstättenwasser nach der Förderung fachgerecht und sicher entsorgt wird, zeigt das Video.

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