Entstehung und Erkundung von Erdgas

Viele hunderte Millionen Jahre dauert es, bis Erdgas tief im Untergrund entsteht. Und bevor der Rohstoff gefördert, und beispielsweise als Wärmelieferant genutzt werden kann, muss man das Gas finden. Hier erfahren Sie mehr über den Entstehungs- und Erkundungsprozess.

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Entstehung und Erkundung von Erdgas

Wie aus Druck und Wärme Erdgas entsteht

Erdgas entsteht aus organischen Substanzen, wie z.B. abgestorbenem Plankton oder Algen in natürlichen Prozessen. Die organische Masse lagert sich in Sedimentationsräumen ab und wird kontinuierlich von weiteren Sedimenten überdeckt, sodass sie nach langer Zeit Schichten in der Tiefe bilden. Druck und Temperatur steigen mit zunehmender Tiefe. Dadurch entwickelt sich das sogenannte Muttergestein, in dem Kohlenwasserstoffe wie Erdgas entstehen. Die eigentliche Erdgaslagerstätte bildet sich, wenn das von Natur aus aufsteigende Erdgas an einer undurchlässigen geologischen Barriere wie z.B. Tonstein oder Steinsalz gestoppt und gespeichert wird.

In Deutschland befinden sich die meisten Erdgaslagerstätten in Tiefen von circa 2.000 bis 5.000 Metern - übrigens nicht in Blasen oder Hohlräumen im Untergrund, sondern in feinen Gesteinsporen.

Wer sucht, der findet – manchmal

Die Exploration, also die Erkundung von Erdgasvorkommen benötigt einiges an Zeit – die Phase kann sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren erstrecken. Um eine neue Lagerstätte erkunden zu dürfen, bedarf es einer Reihe von Schritten, die vollständig der behördlichen Überwachung unterliegen. Erst nach dem Einholen der behördlichen Genehmigungen kann mit der eigentlichen Erkundung begonnen werden. Hier werden bereits vorhandene Daten des Bodens mit neuen Untersuchungen – zum Beispiel einer 3D-Seismik – kombiniert und analysiert.

Mithilfe einer 3D-Seismik lässt sich ein detailliertes Bild des Untergrundes erstellen.

Mit seismischen Untersuchungen kann ein dreidimensionales Abbild des Untergrundes erstellt werden. Die so gewonnenen geologischen Daten erlauben Rückschlüsse auf mögliche Erdgasvorkommen. Liefert die Anaylse positive Ergebnisse, wird meist durch eine sogenannte Explorationsbohrung geprüft, ob sich im untersuchten Untergrund tatsächlich förderbare Erdgasvorkommen befinden.

Um die Forschungsergebnisse zu verfeinern, werden zahlreiche Messungen im Bohrloch durchgeführt. Sie zeigen, wie sich die gasführenden Gesteinsschichten ausbreiten, welche Erdgasmengen erwartet werden und wie viel davon technisch und wirtschaftlich förderbar ist. Ist die Erkundungsphase erfolgreich beendet, erfolgt im zweiten Schritt die Beantragung der konkreten Förderung.

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Der Weg zum Erdgas

Technik mit langer Tradition:  Seit vielen Jahrzehnten wird in Deutschland Erdgas gefördert. In dieser Zeit wurden fortlaufend Technologien weiterentwickelt, die die Gewinnung von Erdgas unter höchsten Sicherheits- und Umweltstandards gewährleisten.

Aufbereitung des Erdgases

Was Erdgas mit Schwefel zu tun hat? Eine ganze Menge! Denn ein Teil des in Norddeutschland geförderten Erdgases muss vor der Weiternutzung aufbereitet werden – und dabei entsteht auch hochwertiger Schwefel.

Unsere Verantwortung: Rückbau & Rekultivierung

Irgendwann – nach 10, 15, 20 oder vielleicht erst 40 Jahren – erschöpfen sich die Erdgasvorkommen in der Lagerstätte. Meist ist dann eine weitere Förderung nicht mehr wirtschaftlich, sodass die Produktion an dieser Stelle beendet wird.